Am Freitagmorgen erwartet uns bereits das nächste Himmelsspektakel. Eine fast totale Mondfinsternis ereignet sich kurz vor Monduntergang. Allerdings dürfte uns der Föhn ein bisschen eine Wetterlotterie bescheren. Tendenziell sind die Chancen auf einen Blick zum finsteren Mond in der Ostschweiz etwas höher als im restlichen Teil des Landes.
Nach der grossartigen partiellen Sonnenfinsternis vor nunmehr zwei Wochen, dürfen wir uns auf ein nächstes astronomisches Highlight freuen, sofern die angekündigte Kaltfront dank des starken Föhns noch ein bisschen aufgehalten wird. Ab 04:33.5 Uhr MESZ beginnt der August-Vollmond am Morgen des 28. in den Kernschatten der Erde zu wandern und verfinstert sich bis um 06:12.9 Uhr MESZ zu 93.5 %. Wer das morgendliche Schauspiel erleben will, kommt nicht darum herum, sich wie bei der Sonnenfinsternis einen geeigneten Beobachtungsort mit freier Westsicht aufzusuchen, denn die Finsternis startet bei einem Mondstand von gut 17°. Um die Zeit des Finsternismaximums befindet sich der Trabant dann nur noch gut 5° hoch im Westsüdwesten. Ausserdem hat zu diesem Zeitpunkt längst die Morgendämmerung in der Gegenrichtung eingesetzt, was den kleinen sichtbaren Rest des Mondes zunehmend verblassen lässt.
Die interessanteste Phase, während der man auch die leichte kupferrote Tönung der Mondoberfläche erkennen kann, dürfte sich von 05:30 Uhr MESZ bis etwa 06:00 Uhr MESZ erstrecken. Dann sind bereits genügend Mondoberfläche verfinstert und der Himmel noch einigermassen dunkel.
Allerdings dürfte die Mondfinsternis in manchen Teilen der Schweiz, vornehmlich gegen Westen hin, etwas zu einer Wetterlotterie verkommen. Je nach dem, wie gut der starke Föhn vor Aufzug der Kalt- und Gewitterfront am Freitagvormittag die Wolken noch wegblasen kann, verschwindet der finster werdende Mond wohl zeitweilig hinter dem Gewölk. Gänzlich aufgeben, sollte man die Finsternis dennoch nicht, zumindest nicht im Osten der Schweiz. Hier prognostizieren die Wetterdienste noch längere sonnige Phasen bis in den Vormittag hinein. Ein Blick an den Himmel lohnt sich allemal!
Beobachtung garantiert ohne «Finsternis-Brille» 😉
Im Unterschied zu einer Sonnenfinsternis ist die Beobachtung einer Mondfinsternis von Auge oder durch ein Fernglas oder Teleskop völlig ungefährlich. Diesmal braucht man also nicht vorgängig bei einem Optiker Schlange zu stehen, sondern kann das Himmelsereignis einfach bedenkenlos geniessen. Viel eher könnten wir einen «Wolkenbläser» gebrauchen.
So wandert der Vollmond am Morgen des 28. August 2026 durch den nördlichen Teil des Erdkernschattens. (Animation: Thomas Baer, Astro Pool)
Finsterniszeiten
| 03:22.3 MESZ | Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde bei Pw. = 81.2° |
| 04:00.0 MESZ | Halbschatten wird allmählich erkennbar |
| 04:33.5 MESZ | Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde bei Pw. = 92.5° |
| 06:12.9 MESZ | Grösste Finsternis, Grösse im Kernschatten = 0.935 |
| 06:18.5 MESZ | Vollmond (Sternbild Wassermann) / scheinbarer Durchmesser: 30′ 36″ |
| 06:46.2 MESZ | Partielle Mondfinsternis bei Monduntergang (für Zürich) |

So spielt sich die Mondfinsternis über dem Westsüdwesthorizont ab. (Grafik: Thomas Baer, Astro Pool)
Wem gelingt das perfekte Foto?
Wer Glück hat und die partielle Mondfinsternis fotografisch inszenieren kann, darf seine gelungene Aufnahme gerne der ORION-Redaktion (redaktion@orionmedien.ch) zukommen lassen. Wir werden die eingehenden Bilder dann an dieser Stelle präsentieren.