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Beginn einer totalen Mondfinsternis am Freitagmorgen

In diesem Jahr gibt es zwei totale Mondfinsternis, die erste am kommenden Freitag, 14. März. Bei gutem Wetter können wir zumindest deren Beginn bei tief stehendem Vollmond über dem Westhorizont erleben.

Beitrag: Thomas Baer, Redaktion ORION

Nur 6 Stunden und 51 Minuten nach der genauen Vollmondstellung (07:54.6 Uhr MEZ) passiert der Vollmond den aufsteigenden Knoten im Sternbild Jungfrau. Dieses Intervall ist kurz genug, damit es zu einer totalen Mondfinsternis kommt.
Der Erdtrabant durchquert den nördlichen Teil des Kernschattens der Erde und dringt dabei 118.3 % (Grösse 1.183) seines scheinbaren Durchmessers in diesen ein. Es handelt sich um eine mitteltiefe totale Finsternis, die nach aktuellem Stand nicht sehr dunkel auffallen dürfte und auf der fünfstufigen Danjonskala etwa den Wert L = 2.9 (eher hell) erreichen dürfte.

Hier sehen wir den Verlauf der totalen Mondfinsternis durch den Kernschatten der Erde. (Animation: Thomas Baer, Grafikservice Astro Pool)

Der gesamte Finsternisverlauf (hier klicken)
Zeit (in MEZ)EreignisMondhöhe
04:55:44Halbschattenphase beginnt, Positionswinkel = 131.7°+17° 36′ 03″
06:09:17Partielle Phase beginnt, Positionswinkel = 139.6°+5° 29′ 36″
06:46:00Monduntergang in Zürich+5° 29′ 36″
07:25:33Totalität beginnt, Positionswinkel = 170.1°–0° 12′ 34″
07:54:36Vollmond (Sternbild Jungfrau)–12° 04′ 55″
07:58:45Grösste Finsternis: Grösse = 1.183 –12° 45′ 44″
08:31:55Totalität endet, Positionswinkel = 248.0°–17° 57′ 30″
09:48:11Partielle Phase endet, Positionswinkel = 278.5°–28° 48′ 09″
11:01:50Halbschattenphase endet, Positionswinkel = 286.5°–36° 53′ 53″
grün = beobachtbar / rot = unter dem Horizont

Bei uns ist nur die beginnende partielle Phase zu sehen

In Mitteleuropa entgeht uns die totale Phase, da der Mond schon davor im Westen untergeht. Etwas mehr bekommt man von der Finsternis in Westeuropa zu sehen. In Bordeaux reicht es schon fast bis zur Totalität, an der portugiesischen Atlantikküste sieht man den total verfinsterten Vollmond im Meer untergehen, ebenso auf den Kanaren.
Bei uns verschwindet der Vollmond knapp zur Hälfte verfinstert. Zumindest die beginnende Halbschattenphase lässt sich ab 05:45 Uhr MEZ noch knapp 10° hoch über dem Horizont verfolgen. Beim Eintritt des Mondes in den Kernschatten, steht der Trabant nur noch 5° 31′ über West zu Süd. Sollten keine horizontnahen Wolken die Sicht versperren, ist die seitliche Verfinsterung (von links) noch einigermassen gut zu beobachten. Doch die bürgerliche Morgendämmerung setzt nun ein, bei der man im Freien bereits ein Buch lesen könnte. Der Himmel ist also schon stark aufgehellt und der finstere Mond wird langsam aber sicher verblassen.

So spielt sich die Mondfinsternis am Morgen des 14. März 2025 über dem Westhorizont ab. (Grafik: Thomas Baer)

Mondfinsternis-Fotografie

Langzeitbelichtungen können wir bei dieser Mondfinsternis so gut wie vergessen, da der Himmel schon viel zu stark aufgehellt sein wird. Es kommen also nur kürzere Belichtungen in Frage, die vor allem den Halbschatten auf der Mondscheibe, nicht aber den «rötlich-braunen» Kernschatten abbilden.
Es lohnt sich, eine Spiegelreflex-Kamera auf ein Stativ zu fixieren. Sollte das Wetter mitspielen, sind reizvolle Landschaftsaufnahmen mit dem finsteren Vollmond garantiert.


Diesmal findet die Mondfinsternis schon fast bei Tagesanbruch statt. Der Himmel ist also hell genug, sodass wir den Mond im «Tagesmodus» belichten können. (Bild: Thomas Baer)

Zweite totale Mondfinsternis am 7. September zur besten Zeit!

Wesentlich eindrücklicher werden wir die totale Mondfinsternis am Sonntagabend des 7. Septembers erleben. Dann geht der Vollmond total verfinstert bei uns auf, womit wir fast die ganze totale Phase und die endende partielle Verfinsterung wunderbar am Abendhimmel nach Mondaufgang verfolgen können.