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Der Sternenhimmel im Januar 2026

Thema des Monats: Astronomische Kurzvorschau auf das Jahr 2026

Nach einem Jahr Pause gelangt Jupiter am 10. Januar 2026 wieder in Opposition zur Sonne. Dank seiner Position hoch in den Zwillingen, begleitet er uns von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang durch die langen Winternächte. Der astronomische Höhepunkt erwartet uns dann am 12. August mit der grössten Sonnenfinsternis in Europa seit 1999.

Beitrag: Thomas Baer, Redaktion ORION

Januar

Letztmals stand Jupiter im Dezember 2024 der Sonne vis-à-vis, während es 2025 zu keiner Gegenüberstellung kam. Dies erklärt sich damit, dass die Zeitspanne von einer zur nächsten Jupiteropposition im Mittel 399 Tage dauert. Fallen die Oppositionen, wie aktuell, auf den Jahreswechsel, kann ein Jahr übersprungen werden. Am 10. Januar 2026 ist es aber wieder so weit. Der grösste Planet des Sonnensystems steht mit der Sonne und der Erde auf einer Linie. Uns trennen 633.2 Millionen km vom ihm. Näher steht uns Jupiter für den ganzen Rest des neuen Jahres nicht mehr. Dies manifestiert sich durch seine auffällige Helligkeit. Hoch in den Zwillingen strahlt Jupiter –2.68mag hell und ist damit nicht zu übersehen. Anfang Januar geht er schon kurz vor 17:30 Uhr MEZ im Ostnordosten auf, kulminiert gegen 00:35 Uhr MEZ knapp 65° hoch im Süden und geht erst gegen 09:00 Uhr MEZ, wenn es schon hell ist, im Westnordwesten unter. Über den gesamten Monat betrachtet, begleitet uns Jupiter durch die langen Winternächte. Am 19. zieht er in einer knappen Mondbreite Abstand nördlich am Stern Wasat (Delta Geminorum) vorüber. Wir können die rückläufige Wanderschaft des Planeten leicht verfolgen, denn bis Ende Monat hat sich Jupiter 1.6° westlich vom Stern entfernt (siehe Grafik). Besser als in diesem Jahr können wir den Riesenplaneten mit seinen turbulenten Wolkenstrukturen nicht sehen, denn schon in den kommenden Jahren wird er langsam wieder absinken. Ein Besuch einer Sternwarte lohnt sich durchaus. Mit etwas Glück kann man durch ein Teleskop auch den Grossen Roten Fleck, ein riesiger Antizyklon sehen, der dank der raschen Rotation des Planeten alle rund 10 Stunden sichtbar wird.

Hier sehen wir die Bahn Jupiters während des gesamten Jahres 2026 vor den Sternbildern Zwillinge, Krebs und Löwe. Zu Jahresbeginn wandert der Planet rückläufig (also nach rechts), ab März dann rechtläufig bis etwas westlich von Regulus.(Grafik: Thomas Baer)

Februar

Im Februar tauchen Merkur und Venus am Abendhimmel auf. Der sonnennächste Planet erreicht am 19. seine grösste östliche Elongation. Er steigt fast senkrecht über den Westsüdwesthorizont und gewinnt damit rasch an Höhe, während sich Venus erst ab Mitte Monat noch recht tief bemerkbar macht. Eine sehenswerte Konstellation erwartet uns am Abend des 18., wenn die hauchdünne Mondsichel genau zwischen Venus und Merkur zu stehen kommt.

März

Venus
setzt sich als «Abendstern» zögerlich durch. Noch immer ist Jupiter in den Zwillingen zu sehen, doch zieht er sich nun allmählich vom Morgenhimmel zurück. Mit Einbruch der Dunkelheit steht er schon hoch im Südsüdosten. Die restlichen Planeten machen sich rar. Mars eilt der Sonne hinterher, bleibt aber in deren Glanz noch immer unbeobachtbar. Gleiches gilt für Merkur und Saturn. Letzterer gelangt am 25. März in Konjunktion mit der Sonne.

April

Jupiter dominiert noch immer die erste Nachthälfte und Venus ist jetzt abends gegen 22:00 Uhr MESZ etwa 5° hoch im Westnordwesten zu sehen. Am 19. April steht die zunehmende Mondsichel eine gute Mondbreite über den Plejaden. Von der Bedeckung sehen wir diesmal nichts; diese findet noch bei Tag statt. Saturn kann sich noch nicht aus den hellen Bereichen um die Sonne befreien, und Merkur bleibt trotz seiner westlichen Elongation von 28° ebenfalls unbeobachtbar, da er infolge der flach zum Horizont verlaufenden Ekliptik kaum an Höhe gewinnt.

Mai

Jupiter und Venus
sind nun am Abendhimmel die zwei auffälligsten Gestirne. Im Laufe des Monats rücken sie immer mehr zusammen. Am 19. Mai stattet ihnen zunehmende Mondsichel einen Besuch ab. Im letzten Monatsdrittel taucht schliesslich Merkur im Nordwesten auf. Das illustre Dreigestirn kann noch bis weit in den Juni hinein gesehen werden.

Juni

Merkur
schliesst im Juni immer mehr zu Jupiter und Venus auf und kann leicht aufgefunden werden. Am Abend des 9. Juni überholt Venus Jupiter in gut 1½° nördlichem Abstand. Ebenfalls notieren sollte man sich den 15. Juni. Gegen 22:00 Uhr MESZ steht die zunehmende Mondsichel knapp nordwestlich von Merkur, der an diesem Tag seine grösste östliche Elongation erreicht. Am Morgenhimmel setzt sich nun allmählich Saturn durch.

Juli

Venus bleibt als «Abendstern» sichtbar, während sich am Morgenhimmel nach Saturn auch Mars in der Dämmerung zeigt. Jupiter gelangt am 29. in Konjunktion mit der Sonne und kann vorübergehend nicht beobachtet werden.

August

Am 12. August
ereignet sich über Europa in den Abendstunden vor Sonnenuntergang die grösste Sonnenfinsternis seit 1999. Über dem westlichen Island, Spanien und den Balearen kann man sogar eine kurze totale Sonnenfinsternis erleben. In West- und Mitteleuropa verfinstert sich die Sonne teilweise zu über 90 %. Gut zwei Wochen später, am Morgen des 28. August, erwartet uns noch eine fast totale Mondfinsternis. Kurz vor Monduntergang werden 93½° des scheinbaren Monddurchmessers durch den Erdschatten verdeckt.
Venus erreicht am 15. ihre grösste östliche Elongation, während Merkur eine ansprechende Morgensichtbarkeit bietet. Saturn nähert sich seiner Opposition und ist jetzt schon fast die ganze Nacht über zu beobachten. Jupiter taucht ab dem zweiten Monatsdrittel langsam am Morgenhimmel auf.

Für rund 1 Minute und 40 Sekunden wird sich die Sonne am Abend des 12. August 2026 über Spanien total verfinstern. (Bild: Thomas Baer)

September

Venus
strahlt am 19. September als «Abendstern» im «grössten Glanz». Dabei erreicht sie eine Helligkeit von –4.8mag. Am Morgenhimmel bahnt sich ein interessanter Wettlauf zwischen Jupiter und Mars an. Während sich der Riesenplanet im Krebs aufhält, können wir Mars hoch in den Zwillingen in unmittelbarer Nähe des Sterns Wasat (Delta Geminorum) entdecken. Saturn erscheint jetzt immer früher am Abendhimmel.

Oktober

Venus
und Merkur bleiben im Oktober unbeobachtbar, während Mars in der zweiten Nachthälfte sichtbar wird. Saturn gelangt am 4. Oktober in Opposition zur Sonne und kann jetzt die ganze Nacht hindurch verfolgt werden.

November

Merkur
bietet zur Monatsmitte eine recht gute Morgensichbarkeit. Auch Venus taucht allmählich in der Morgendämmerung auf. Mars und Jupiter schliessen etwas westlich des Löwensterns Regulus immer enger zusammen.

Dezember

Venus
wird jetzt im Osten vor Sonnenaufgang immer besser sichtbar, während Merkur seine Morgensichtbarkeit beendet und am 29. November in obere Konjunktion mit der Sonne gelangt. Mars wird jetzt immer auffälliger; er bereitet sich auf seine Opposition 2027 vor. Auch Jupiter erscheint immer früher auf, während Saturn noch in der ersten Nachthälfte zu sehen ist.

In der Rubrik «Heute am Himmel» finden Sie den ausführlichen Tageskalender. Überdies fasst das «Sternenhimmelheft 2026» von Astro Pool das Astronomiejahr 2026 illustrativ zusammen.

Astronomische Ereignisse im Januar 2026

Die schönsten Monatsereignisse im Überblick

SonneSchon am 21. Dezember hat die Sonne ihre tiefste Position erreicht, doch den spätesten Sonnenaufgang erleben wir am Neujahrsmorgen, in Aarau um 08:15 Uhr MEZ. Stellen wir uns einmal vor, wir hätten dauerhafte Sommerzeit; dann würde die Sonne erst um 09:15 Uhr MESZ aufgehen! Während es im Januar morgens kaum früher hell wird, verspäten sich abends die Sonnenuntergänge immerhin um fast eine Dreiviertelstunde von 16:46 Uhr MEZ auf 17:26 Uhr MEZ. Langsam spüren wir, dass es länger hell bleibt.
MondZu Jahresbeginn ist der Mond fast schon voll. Die genaue Vollmondphase ist am Vormittag des 3. Januars erreicht. Abends können wir das Nachtgestirn knapp 5° westnordwestlich von Jupiter sehen, und in den frühen Morgenstunden des 4. wird um 05:19 Uhr MEZ der Stern Kappa Geminorum bedeckt, was gut durch ein leistungsstarkes Fernglas, besser aber mit einem Teleskop verfolgt werden kann. Nach dem Vollmondtermin geht der Trabant täglich später auf und verlagert seine Sichtbarkeit in die zweite Nachthälfte und später in die Morgenstunden. Am 10. ist das Letzte Viertel (abnehmender Halbmond) erreicht. Danach können wir die schmaler werdende Mondsichel vor Sonnenaufgang durch die Sternbilder Jungfrau, Waage und den Skorpion wandern sehen. Neumond ist am 18. Für den Rest des Monats taucht der Mond nochmals am Abendhimmel auf, wo er am 23. rund 5.5° nordöstlich von Saturn zu sehen ist. Das Erste Viertel (zunehmender Halbmond) wird am 26. im Sternbild Widder erreicht. Am darauffolgenden Abend können wir zwischen 21:45 Uhr MEZ und 22:45 Uhr MEZ verfolgen, wie der zunehmende Mond haarscharf am Sterngrüppchen der Plejaden vorbeischrammt.
MerkurMerkur beendet seine Morgensichtbarkeit und gelangt am 21. in obere Konjunktion mit der Sonne.
VenusVenus wird am 6. von der Sonne überholt und bleibt den ganzen Monat über unbeobachtbar.
MarsMars wird von der Sonne am 9. eingeholt und überholt. Auch er bleibt unbeobachtbar.
JupiterJupiter begleitet uns hoch in den Zwillingen durch die langen Nächte. Er gelangt am 10. in Opposition zur Sonne. Der Planet wandert rückläufig südlich am Stern Kappa Geminorum vorbei. Ab den frühen Abendstunden geht der Riesenplanet im Ostnordosten auf und ist auch von Laien nicht zu übersehen. Er entfernt sich westlich vom Stern Wasat (Delta Geminorum).
SaturnSaturn können wir abends im Westen sehen. Er geht inzwischen bereits vor Mitternacht unter.
UranusUranus geht schon in den Nachmittagsstunden auf und kann mit Einbruch der Dunkelheit teleskopisch beobachtet werden. Wir finden ihn südlich der Plejaden.
NeptunEtwas nordöstlich von Saturn stossen wir teleskopisch auf den +7.81mag lichtschwachen Neptun.
Den täglichen Astrokalender mit viel mehr Informationen gibt es in der Rubrik «Heute am Himmel»

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