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Das war die totale Mondfinsternis live

Während in der Schweiz beidseits der Alpen viele Wolken die Sicht trüben, ist der Himmel über dem Griffith Observatorium in Los Angeles weitgehend klar. Wir verfolgen den Live-Stream und kommentieren die erste totale Mondfinsternis live.

Beitrag: Thomas Baer, Redaktion ORION

Heute Morgen und noch bis weit in den Vormittag hinein spielt sich die erste totale Mondfinsternis des Jahres ab. In der Schweiz wäre die beginnende partielle über dem tiefen Westhorizont theoretisch noch zu beobachten, doch derzeit ist vielerorts bewölkt. Aktuell bestehen noch die ehesten Chancen, einen Blick auf den Vollmond zu erhaschen im westlichen Mittelland, wo die Wolken etwas aufgelockerter sind.

Hier sehen wir den gesamten Verlauf der totalen Mondfinsternis am 14. März 2025. (Grafik: Thomas Baer)

05:30 Uhr MEZ Der Mond steht bereits im Halbschatten der Erde und wir nun von Osten (links) her langsam verdüstert.

05:45 Uhr MEZ Der graue Schleier auf der Ostseite der Mondscheibe wird nun deutlicher.

06:00 Uhr MEZ In 9 Minuten tritt der Mond in den Kernschatten der Erde ein. Der Halbschatten ist in seinen äusseren Bereichen noch stark aufgehellt. Würden wir jetzt auf dem Mond stehen und Richtung Erde blicken, hätten wir eine «partielle Sonnenfinsternis». In Richtung Kernschatten ist die Sonne bereits stärker hinter der Erde verschwunden; daher ist der Halbschatten hier besser zu sehen.

Deutlich sieht man, wie der Halbschatten die östliche Vollmondscheibe zu verdüstern beginnt. (Bild: Aus dem Livestream des Griffith Observatory)

06:09.3 Uhr MEZ Der Mond tritt in den dunklen Kernschatten ein. Damit beginnt die partielle Phase der Finsternis. In Amerika findet die Mondfinsternis im Unterschied zu Europa hoch am Abendhimmel statt. Derzeit sind die Wolken über der Schweiz einzig in einem Dreieck Schaffhausen – Luzern – Basel etwas aufgelockert. Es ist jedoch zu bezweifeln, dass man den tiefstehenden Vollmond sehen kann, da sich die Wolken in Horizontnähe verdichten.

Nun berührt die Mondscheibe den Kernschatten der Erde. (Bild: Aus dem Livestream des Griffith Observatory)

06:15 Uhr MEZ Immer mehr verschwindet der Mond nun im Erdschatten. Die Blende ist hier noch auf die Mondoberfläche eingestellt. Somit sieht es aus, als sei die partielle Phase schon weit fortgeschritten. Zur Totalität hin werden die Verantwortlichen des Griffith Observatory dann den Mond mehr und mehr überbelichten, damit auch die rostbraune Färbung zur Geltung kommt.

Die Delle durch den Kernschatten ist jetzt gut von Auge zu sehen und damit auch die Kugelgestalt der Erde. (Bild: Aus dem Livestream des Griffith Observatory)

In der Schweiz steht der Mond nun kurz vor seinem Untergang. Doch noch immer versperren Wolken die Sicht auf den Trabanten.

So hätte man den Beginn der Finsternis von der Schweiz aus gesehen. (Grafik: Thomas Baer)

06:30 Uhr MEZ Bald ist steht ein Drittel Mondes im Kernschatten.

Etwa so hätte sich der Vollmond in der Schweiz verabschiedet. (Bild: Aus dem Livestream des Griffith Observatory)

06:45 Uhr MEZ Jetzt ist die Hälfte des Vollmondes in den Kernschatten eingetaucht. Bei einer Mondfinsternis lässt sich die Mondbewegung wunderbar verfolgen. Eine grobe Faustregel besagt, dass sich der Mond pro Stunde etwa einen Monddurchmesser nach Osten bewegt.

Die Hälfte der partiellen Finsternis ist erreicht. (Bild: Aus dem Livestream des Griffith Observatory)

07:00 Uhr MEZ Die Lichtsichel wird immer schmaler. Es dauert noch 26 Minuten bis die totale Phase beginnt. Der Erdschatten erreicht übrigens eine Länge von rund 1’382’000 km, fast so viel wie der Sonnendurchmesser! Da sich der Mond in 402’020 km Entfernung befindet, schneidet er den Erdschattenkegel natürlich wesentlich näher, womit der Erdschatten in Monddistanz riesig erscheint. Würde der Vollmond mittig durch den Erdschatten wandern, hätte dieser etwa 2.8 Mal nebeneinander Platz.

07:15 Uhr MEZ Nun wird die Rötung der finsteren Mondoberfläche immer besser sichtbar. Es ist dies das langwellige rote Sonnenlicht, das am besten durch die tieferen Schichten der Atmosphäre gelangt und in den dunklen Kernschatten abgelenkt wird. Es ist derselbe Effekt, warum uns eine auf- oder untergehende Sonne meist gerötet erscheint.

Langsam wurde die Blende geöffnet. Dadurch wird jetzt die finstere Partie rötlichbraun sichtbar. (Bild: Aus dem Livestream des Griffith Observatory)

07:25.5 Uhr MEZ Die totale Finsternis beginnt. Für 1 Stunde 6 Minuten und 4 Sekunden empfängt der Mond jetzt kein direktes Sonnenlicht mehr. Wir erleben eine recht helle Mondfinsternis. Vorausgesagt wurde L = 2.9 gemäss der fünfstufigen Danjon-Skala. L = 0 wäre extrem dunkel, L = 4 sehr hell.
Über dem Griffith Observatorium scheint der Mond derzeit durch dünne Zirruswolken, ist aber noch immer gut zu sehen.

Jetzt hat die totale Finsternis begonnen. (Bild: Aus dem Livestream des Griffith Observatory)

Die dünnen Wolken haben sich wieder etwas verzogen und lassen Blick auf den kupferbraunen Vollmond zu. (Bild: Aus dem Livestream des Griffith Observatory)

07:45 Uhr MEZ In einer knappen Viertelstunde ist die maximale Verfinsterung erreicht. Die nördliche Mondkalotte bleibt durchgehend etwas heller als der südliche Mondrand, der bei dieser Finsternis den Erdschattenmittelpunkt klar verfehlt. Dieses «Weisse-Kappe-Phänomen» rührt daher, dass der Kernschatten zum Rand hin stärker vom atmosphärischen Restlicht aufgehellt wird als das Zentrum des Schattenkegels.

Wir sehen, wie die «weisse Kappe» langsam nach links wandert. (Bild: Aus dem Livestream des Griffith Observatory)

07:58.8 Uhr MEZ Jetzt erreicht die totale Mondfinsternis mit einer Grösse von 1.183 ihren Höhepunkt. Von nun an nähert sich der Mond wieder dem «inneren» Kernschattenrand und hellt allmählich wieder auf.

Wie dunkel eine Mondfinsternis ausfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Mondfinsternisse, die um die Erdferne eintreten, was diesmal der Fall ist, fallen tendenziell heller aus. Je randnaher die Finsternis verläuft, desto oranger erscheint in der Regel der Mond. Und da es in jüngster Zeit keine gewaltigen Vulkanausbrüche gab, die Unmengen an Asche in die Stratosphäre der Erde geschleudert haben, ist die Erdatmosphäre eher klar, was ebenfalls für eine hellere Mondfinsternis spricht.

Der Vollmond zur Finsternismitte. (Bild: Aus dem Livestream des Griffith Observatory)

Der finstere Mond über der Kuppel des Griffith Observatoriums in Los Angeles. (Bild: Aus dem Livestream des Griffith Observatory)

08:15 Uhr MEZ Da die Erde während der Dauer der Finsternis weiter rotiert, verschiebt sich der Terminator (Tag-Nacht-Grenze). Dadurch kann sich die Helligkeit und Färbung auch während der Totalität etwas verändern, da immer neue Atmosphärenschichten Restlicht in den Kernschatten schicken.

Jetzt erscheint der Mond deutlich heller und oranger als noch zu Beginn der totalen Phase. (Bild: Aus dem Livestream des Griffith Observatory)

08:30 Uhr MEZ In zwei Minuten endet die totale Phase.

Wir stehen kurz vor Ende der totalen Phase. (Bild: Aus dem Livestream des Griffith Observatory)

08:31.9 Uhr MEZ Die Totalität endet in diesem Moment. Auf dem Vollmond geht jetzt wieder die Sonne auf. Während 1 Stunde und 14 Minuten befreit sich der Trabant wieder aus dem Kernschatten. So lange dauert die zweite partielle Phase.

Das erste direkte Sonnenlicht fällt wieder auf die Mondscheibe. (Bild: Aus dem Livestream des Griffith Observatory)

08:45 Uhr MEZ Es sind wieder vermehrt dünnere Wolken über Los Angeles unterwegs. Langsam verblasst die rötliche Färbung, geschuldet durch die Überblendung der nun allmählich wachsenden Lichtsichel.

Die «Vollmond-Sichel» wächst langsam aber stetig. (Bild: Aus dem Livestream des Griffith Observatory)

09:00 Uhr MEZ Ein Drittel des Mondes ist wieder hell.

Im 21. Jahrhundert (2001 bis 2100) gibt es insgesamt 228 Mondfinsternisse. 86 von ihnen sind reine Halbschattenfinsternisse, 57 partiell und 85 total. Wenn wir die totalen Finsternisse genauer untersuchen, verlaufen nur deren 24 zentral durch den Kernschatten der Erde, 61 eher randnah, entweder nördlich oder südlich des Schattenzentrums.
Demgegenüber gibt es 224 Sonnenfinsternis. Damit ist die oft falsche Behauptung, es gäbe mehr Sonnen- als Mondfinsternisse, widerlegt. 77 Sonnenfinsternisse verlaufen rein partiell, 72 ringförmig, 68 total und 7 hybrid, sprich ringförmig-total.

Die Sicht auf den Mond ist nicht mehr ganz so klar. (Bild: Aus dem Livestream des Griffith Observatory)

09:15 Uhr MEZ Nun ist bereits die Hälfte des Vollmondes wieder sichtbar.

Die Wolken haben sich etwas verzogen und gewähren wieder einen freien Blick auf den partiell verfinsterten Mond. (Bild: Aus dem Livestream des Griffith Observatory)

09:30 Uhr MEZ In etwas mehr als einer Viertelstunde endet die partielle Phase. Dann beschliessen wir den Live-Ticker.

Immer mehr erhält der Vollmond sein vertrautes Antlitz zurück. (Bild: Aus dem Livestream des Griffith Observatory)

09:45 Uhr MEZ Noch knapp 2 % stehen im Kernschatten. Jetzt geht es rasch, und die Mondfinsternis ist zumindest für das blosse Auge so gut wie zu Ende.

Nur noch eine leichte Delle ist erkennbar. (Bild: Aus dem Livestream des Griffith Observatory)

09:48.2 Uhr MEZ Wir verzeichnen den Austritt des Mondes aus dem Kernschatten. Damit endet die partielle Phase. Noch bis 11:01.8 Uhr MEZ wandert der Vollmond aus dem Halbschatten der Erde. Wir beenden an dieser Stelle den Live-Ticker.

Die partielle Phase ist zu Ende. (Bild: Aus dem Livestream des Griffith Observatory)