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Sonnenfinsternis: Im Tessin hatte man diesmal die beste Sicht

Im Tessin lachte die Sonne zumindest von einem teilweise klaren Himmel. Aber auch in Teilen des westlichen Mittellandes, in der Region Genf und im Norden der Schweiz konnte die partielle Sonnenfinsternis durch die Wolken recht gut beobachtet werden, so auch in der Sternwarte Schaffhausen.

Beitrag: Thomas Baer

Die Wetterprognosen hätten für den Astronomietag nicht schlechter aussehen können. Morgens regnete es fast flächendeckend, und viele hatten die mittägliche Sonnenfinsternis schon abgeschrieben. Doch dann lockerten sich die Wolken just zur Finsternismitte über dem Norden der Schweiz und Teilen des westlichen Mittellandes rechtzeitig etwas auf, so auch im Raum Schaffhausen. Die rund 25 Besucherinnen und Besucher, die noch mit Regenschirmen in die Sternwarte pilgerten, konnten gegen 12:00 Uhr MEZ bei leichtem Nieselregen die angeknabberte Sonne ohne Sonnenfilter durch die Wolken sehen. Zeitweilig wurden dann doch die Sonnenfinsternisbrillen gezückt, da das Tagesgestirn dann und wann zu blenden begann.

Bis sich die Wolken etwas lichteten, gab es für das anwesende Publikum ein paar einführende Erklärungen zur Sonne. (Bild: Thomas Baer, Sternwarte Schaffhausen)

Walter Bersinger erwischte die Sonne über Rümlang ziemlich genau um das Maximum herum. (Bild: Walter Bersinger)

«Verwaschene Bilder» wegen Seeing-Effekten

Im Zürcher Unterland zeigte sich die Sonne ebenfalls. Walter Bersinger konnte das Maximum von Rümlang aus festhalten und schreibt dazu: «Für mich war es nicht die erste verregnete Sonnenfinsternis, die ich erlebt habe (Hawaii 1991). Aber es war die erste in meinem Leben, die ich bei Regen tatsächlich gesehen und auch fotografiert habe! Natürlich war es nicht strömender Regen, nur Nieseln. Die Fotos versetzen einen nicht in Ekstase, aber sie sind für mich dennoch eine hübsche Erinnerung.» Die Scharfeinstellung war diesmal recht schwierig, selbst mit Live-View-Modus! Ich hatte Mühe, den Sonnenrand einigermassen klar hinzubekommen, da ständig wieder Wolken vorbeizogen und das Bild permanent «verschmierten». Auch Bersinger hält fest: «Interessant ist, dass alle Bilder unscharf herausgekommen sind. Das muss aber tatsächlich am Gewölk und wahrscheinlich an Seeing-Effekten liegen. Mehrmals habe ich zwischendurch zur Fokus-Prüfung irdische Objekte in gut 1 km Entfernung fotografiert (optische Unendlichkeit), und diese kamen einigermassen scharf heraus (Luftflimmern kann sich auf diese Distanz schon bemerkbar machen).»

Nach dem Maximum zeigte sich die Sonne über der Sternwarte Schaffhausen für eine Weile recht gut durch die höhere Bewölkung ohne Sonnenfilter. (Bild: Thomas Baer)

Nach dem Maximum konnte man das Himmelsereignis für eine ganze Weile recht gut durch das Teleskop beobachten. (Bild: Thomas Baer, Sternwarte Schaffhausen)